Exponuevo


Der Künstler

Friedhelm Maria Leistner, geboren 1964 in Gütersloh, schloss 1993 sein Studium an der heutigen Muthesius Kunsthochschule Kiel mit dem Diplom als Kommunikationsdesigner ab. Seit 1995 lebt er als freischaffender Grafiker und Illustrator in Berlin. Er präsentierte seine Arbeiten in vielen nationalen und internationalen Ausstellungen und wurde mehrfach mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet.

Zudem ist er regelmäßig als Art Director und Konzeptioner für diverse Agenturen, Verlage und Projekte tätig. Eine ganz eigene Animationsfilmästhetik hat er mit seinen handgezeichneten Erklärfilmen entwickelt, in denen er unterschiedlichste Sachthemen in verständliche, schnelle Bilder voller Hintersinn und Sinnlichkeit übersetzt.

www.der-zeichner.de

www.boesesundblaues.de

www.mein-akt-an-der-wand.de


Das Projekt

Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung und Erprobung einer digitalen Alternative zu herkömmlichen Kunstausstellungen. Mittels frei zugänglicher Open Source Software soll ein beispielhaftes Setting entstehen, in dem originäre Bilder zu einer öffentlichen Werkschau arrangiert und von Gästen in Augenschein genommen werden können - und in dem sogar der typische Begegnungscharakter einer analogen Vernissage eine interaktive Entsprechung findet.

Das Gelingen dieses Modellversuchs ist in jedem Falle eine Bereicherung für die Zukunft. Der Aktionsradius vergrößert sich und es können andere Zielgruppen erreicht werden. Die Befähigung, mit rein technischen Mitteln Raum und Rahmen für ein solches Event selbst zu erstellen, macht aus dem ausgestaltenden Künstler einen souveränen Ausstellungsmacher.

Die Idee zu diesem Experiment entstand, nachdem pandemiebedingt über einen langen Zeitraum keinerlei Publikumsveranstaltungen in persona stattfinden konnten. In der bildenden Kunst gab es plötzlich keine Möglichkeit mehr, sein Schaffen in Galerien oder Museen zu zeigen, geschweige denn, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die die Werke betrachten oder bei Interesse kaufen könnten. Die entscheidende Existenzgrundlage brach völlig weg. Es stellte sich die Frage, ob – ähnlich wie in anderen Bereichen – die Digitalisierung wenigstens teilweise Ersatz leisten könnte.

Das Senatsprogramm zur Förderung der digitalen Teilhabe von Kulturschaffenden bot Anlass und Gelegenheit, dieses Vorhaben systematisch und mit der nötigen Substanz anzugehen.

Im Terminus „Exponuevo“ sind die zwei Aspekte des Konzepts auch begrifflich vereint: Die Wortverbindung „Expo“ (internationale Kurzform für „Ausstellung“) und „nuevo“ (spanische bzw. italienische Übersetzung von „neu“) bezeichnet das Ziel, eine innovative, internetgeeignete Lösung für Kunstpräsentationen zu finden. In lateinischer Sprache bedeutet „exponuevo“ hingegen „ich werde erklären“ – und auch dieser didaktische Anspruch gehört zum Anliegen: Der gesamte Arbeitsprozess soll in Vorgehensweise und Erkenntnisfortschritt so transparent dokumentiert werden, dass er rekapitulierbar ist und von Nachnutzenden übernommen werden kann.